Anbinden, Bodenbearbeitung, Nachpflanzen von Reben - viel los im Weinberg
Vorm Anbinden stehen die Frucht-Ruten nach oben (rechts) - wir binden sie an den Draht an (links). Warum? Die Wildrebe wuchs in Urwäldern. Als Lianenpflanze rankte sie sich am Baum entlang - nach oben, ins Licht. So treibt immer die obere Knospe am stärksten. In dem wir sie waagrecht anbinden, sorgen wir für einen gleichmäßigen Austrieb aller Knospen und somit für eine hochwertige Traubenqualität.
Die Winterbegrünung (vor allem Ölrettich und Senf) hat ihre Arbeit getan: Im August von uns eingesät, hat sie die überschüssigen Nährstoffe aus dem Boden für Ihr Wachstum verwendet, sodass diese nicht ins Grundwasser ausgewaschen werden. Durch Frost abgestorben, haben die Pflanzen jetzt einen strohigen Charakter, was nach dem Einarbeiten eine super Bodenstruktur und einen guten Humusgehalt ergibt.
Den Nährstoffhaushalt im Boden muss man sich wie ein Bankkonto vorstellen: Im Winter spart man (kein Bedarf der Rebe), im Frühjahr und Sommer "gibt man die Nährstoffe aus". Freie Nährstoffe im Winter sind unnötig und schädlich fürs Grundwasser. Jetzt regen wir mit der Bodenbearbeitung das Bodenleben an und legen so den Schalter von "Konservieren" zu "Aktivieren" um.
Ein Bild, das uns zufrieden stimmt: Gut strukturierter, humoser, kalkhaltiger Tonboden im Dittelsheimer Kloppberg, im Vordergrund einer unserer besten Mitarbeiter.
Nun ist auch die Zeit, um ausgefallene Reben nachzupflanzen, hier ist unsere Auszubildende Annika am Werk. Rebausfälle gibt es immer wieder, sei es durch Pilzkrankheiten, andere Schädlinge oder gelegentlich auch durch Frost. Selten, aberr berühmt-berüchtigt und fest im Winzerlatein verankert auch der "Eisenwurm" (= Beschädigung durch Fahrfehler bei der Bodenbearbeitung).
Wunderschön: Abendstimmung in den Weinbergen
